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Werbung – aber richtig

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Na klar, jetzt wirst Du ohne große Erwartungen diesen Beitrag überfliegen und davon ausgehen, dass ich beschreibe, wie wichtig Facebook, Instagram und Co. sind. Aber genau das mache ich nicht, weil Dir zum Einen so etwas schon lange klar ist und zum Anderen nichts mit echter Hilfe zu tun hat. Denn mal ehrlich, Social Media ist zwar heutzutage ein Weg, um Deinen allgemeinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen, aber so richtig greifbar sind diese Kontakte und Gruppenbereiche nicht. Die wenigsten Leute generieren durch diese Aktivitäten direkte Aufträge. Das, was Du brauchst, falls Du nicht schon als “alter Hase” einen riesigen Kundenstamm hast oder durch Firmenübernahme zur Verfügung steht, sind in jeder Entwicklungs- und Wachstumsphase Deines Unternehmens zielgerichtet potentielle Interessenten und Kunden, die Dich, Dein Leistungsangebot oder Dein Produkt brauchen.
Ich zeige Dir, wie Du mit etwas Mut und Ideenreichtum aus einer kleinen Aktion mindestens 1 bis 2 neue Aufträge oder Kunden generieren kannst. Setzt Du diese Strategien konsequent um, hast Du auf alle Fälle einen guten Start und mittelfristig einen großen Kundenkreis.

Werbung in der Start-Up-Phase

Deine ersten Kunden als Tipp-Geber

Du hast als Neugründer viel Elan und bereits viel investiert. Sei es an Zeit, Nerven und Geld. Jede bezahlte Werbung fällt flach, denn nun muß erst mal Umsatz her.
Mit Deinem ersten Kunden hast Du eine Beratung durchgeführt, ein Angebot abgegeben, den Kunden von Dir überzeugt und den Auftrag zur Ausführung bekommen. Damit hast Du als selbstständiger Unternehmer eine wichtige Grundbedingung erfüllt – Du kannst mit Menschen umgehen und sie von Deinen Ideen überzeugen. Der absolute Kardinalsfehler, den die Meisten nun machen: Der Auftrag wird makellos ausgeführt, die Rechnung geschrieben und sich gefreut, dass das Geld schnell fliesst. Ende…
Ich bin all die Jahre immer etwas anders an die Sache herangegangen und das mit großem Erfolg.

  • Schau Dich im Rahmen Deiner Möglichkeiten etwas um und finde heraus, welche Interessen Deine Kunden verfolgen. Das kann ein Pokal sein, der auf dem Regal steht, eine große Plattensammlung, Erinnerungsbilder mit Fahrzeugen, Booten oder was auch immer. Zeige in einem ruhigen und passendem Moment, dass Du Dich dafür auch begeisterst (auch wenn es nicht so sein sollte…) und beginne ein Gespräch darüber. Hast Du den “Nagel auf den Kopf getroffen”, wird schlagartig der Sympathiegrad und das Vertrauen steigen. Kommunikation und Konversation sind hier die “golden Keys”. In solchen kurzen Momenten des Gespräches erfährst Du unglaublich viel. In welchem Umfeld bewegen sich die Leute, wie groß ist Ihr Kontaktkreis zu Anderen, legen die Kunden wert auf Prestige, Ansehen, sind Sie sozial engagiert, sind sie modern oder konservativ und vieles mehr. Diese Informationen sind für Dich sehr, sehr wertvoll – aber dazu komme ich gleich.
  • Spare nicht mit Lob und Komplimenten und unterlasse es zwingend, andere zu kritisieren. Ein kleines Beispiel: Dein Auftrag ist die Erneuerung des Terrassenbodens. Da Dich der Hausherr oder die Hausherrin immer zum Projekt begleiten wird, hast Du in diesen 2 Minuten ausreichend Zeit, um flüchtig Deine Blicke schweifen zu lassen. Ob das der Gang durch das Haus oder aussen durch den Garten ist – vollkommen egal. Allein Dein Kommentar, wie toll und schön das zu Hause Deines Kunden ist und dass Du Dich freust, einen Beitrag dazu leisten zu dürfen, öffnet das Herz Deines Kunden. Sollte es nun sein, dass der Kunde eine alte Bruchbude gekauft hat, die vollsaniert wird, dann wirst Du natürlich darauf hinweisen, dass der Kunde ein goldenes Händchen für dieses Projekt hatte und es ganz sicher ein Traumhaus wird. Bei einem Neubau wirst Du eben feststellen, dass die Raumaufteilung toll ist und Dir der Stil richtig gut gefällt. Also egal wie, sei kreativ und bringe passend ein Lob an. Jeder mag gelobt werden und das zwischenmenschliche Verhältnis wird schlagartig positiv. Zeige dem Auftraggeber, dass er richtige Entscheidungen getroffen hat, denn das schliesst Dich ja mit ein. Bitte unterlasse es zu 100%, dass Du als Fachmann eine andere Leistung entdeckst, die Du besser gemacht hättest. Die Erwartungen an Deiner eigentlichen Leistung werden dann unglaublich hoch und Dir darf dann kein Missgeschick mehr passieren. Also lass das…

Durch diese 2 Schritte, Gespräche aufzubauen, Vertrauen zu gewinnen und einige Sachen in Erfahrung zu bringen, solltest Du wiederrum in einer passenden Situation nutzen, wenn Dein Projekt fast fertiggestellt ist, um Deinen Kunden noch einmal auf sein Interessengebiet anzusprechen. Ich gehe davon aus, dass bis zu diesem Moment alles glatt gelaufen ist und der Kunde eigentlich vor Freude strahlt. Bei einem Kaffee, einer kleinen Pause fasst Du Dir ein Herz und fragst den Kunden direkt, ob er denn nicht im Kreis seiner Bekannten jemanden wüsste, der auch Deine Hilfe bräuchte. Vielleicht sind bis dahin sogar schon Namen gefallen oder der Kunde hat nebenbei erwähnt, dass Herr Meier staunen würde, wenn er das sehen würde. Dein Mut wird zu 70% belohnt – versprochen. Selten, dass Dich der Kunde abwimmelt, da Du ja nicht an der Haustür klingelst und nach etwas fragst, sondern Vertrauen aufgebaut hast. Ganz wichtig – ein Name reicht nicht. Wenn ein Name fällt – frage nicht, sondern nimm sofort etwas zu schreiben und notiere Dir die Adresse oder die Telefonnummer – besser, beides. Überlass es nicht dem Kunden, den Kontakt herzustellen. Das wird nix und verläuft im Sand.
Durch folgende Vorteile hast Du nun schon gewonnen:
Der Kontakt ist kein Kaltkontakt, da Du Dich auf Deinen Kunden berufen kannst.
Der neue Kontakt hat einen Bezug zu Deinem Kunden und er kann sich Deine Leistung ansehen.
Der Kontakt kann sich bei Deinem Kunden über Dich informieren.

Allein diese Form der aktiven Werbung schon während einer Leistungsausführung sorgt bei konsequenter Durchführung dieser Strategie für wichtige Neukontakte mit einer Effizienz von ca. 30%. Und das kann sich sehen lassen.

Werbung mit Pfiff

Du hattest nun keine Gelegenheit, Deinem Kunden etwas zu entlocken und auch Komplimente oder das Herausfinden von Hobbys und Leidenschaften des Kunden war eher schwierig… Kein Problem, so einfach gibst Du nicht auf. Noch ist dieses Projekt frisch und Du brauchst Folgeaufträge. Also mach es Dir nicht so schwer und denke einfach einmal darüber nach, worüber Du Dich selbst freuen würdest, wenn Du der Kunde wärst.
Ich hebe mich in solchen Situationen von der Masse ab und das solltest Du auch!
Wenn es Zeit ist, die Rechnung zu schreiben, wirst Du dieses Stück Papier mit harten Zahlen nicht einfach so in den Briefkasten werfen. Du wirst mit einem kleinen Trick einen Vorwand finden, noch einmal direkt beim Kunden vor Ort vorbeizuschauen. Es kann eine (vorgetäuschte) minimale Nacharbeit, die Nachkontrolle oder etwas vermutlich liegengelassenes sein. Du musst auf alle Fälle noch einmal dort hin. Steck Dir die Rechnung ein und auf dem Weg zum Kunden kaufst Du eine kleine Aufmerksamkeit oder nimmst etwas Kleines mit, was Du bereits hast. Das können unterschiedlichste Sachen sein – sei kreativ. Ein kleiner Strauß Blumen, ein Päckchen Kaffee, eine Schachtel Merci oder ein optisch ansprechender Kugelschreiber sind tolle kleine Aufmerksamkeiten.
Beim Betätigen der Klingel an der Haustür des Kunden wirst Du diesmal bitte keine Arbeitssachen tragen. Normale Zivil-Kluft ist angesagt, da Du ja das schöne Gefilde nicht verschmutzen möchtest. Mit der Begrüßung des Kunden und Deinem bescheidenen Lächeln darfst Du Dich nun noch einmal herzlich für den Auftrag bedanken und die Aufmerksamkeit überreichen. Lass die Rechnung bitte noch in der Tasche. Nun geht Ihr beide zum Projekt und Du kommst Deinem Vorwand nach. Also Kontrolle oder Suchen des Teiles, was liegengeblieben ist. Der Kunde wird dabei sein. Nach dieser sporadischen Aktion bist nun auch Du vollkommen überzeugt, dass alles perfekt ist und überreichst jetzt Deine Rechnung. Und das ist Dein Moment.
Da Du ja den Kunden im Zeitraum der Ausführung mehr oder weniger kennengelernt hast, entscheidest Du in diesen 2 Sekunden darüber, ob der Kunde bereit ist, Dich freiwillig zu empfehlen oder ob Du Ihn mit bezahlten Tipps lockst. Was heisst das?
Mit Deiner direkten Frage, ob der Kunde ebenso vollstens zufrieden ist und alles nach seinen Vorstellungen lief, wirst Du ihn anschliessend fragen, ob er Dich aktiv weiterempfehlen würde. Das ist keine Schande und Du brauchst hier kein schlechtes Gewissen zu haben, denn Du hast einen guten Job gemacht.
War der Kontakt bis dahin reservierter, bleibt Dir die Möglichkeit zu erwähnen, dass Du aktive Tipps belohnst. Hier zum nächsten Punkt.

Der aktive Gutschein

Wir gehen zurück zum Rechnung schreiben. Dein Plan der direkten Übergabe hat Bestand – weil das ist wichtig. Wenn der Kunde also bisher doch eher reserviert war, Komplimente nicht angebracht und sich innige Gespräche nicht ergeben haben, so wird sich das bei der Übergabe der Rechnung mit der kleinen Aufmerksamkeit nicht zwingend ändern. Aber die Möglichkeiten, aktiv neue Kontakte zu erhalten sind nicht ausgeschöpft.
Wenn Du nun schon am Computer sitzt und die Rechnung schreibst, erstelle einen Gutschein. Den kannst Du kostenlos runterladen und ausfüllen. Es kostet also nur etwas Tinte und Papier. So etwas gibt es hier.
Sei kreativ und wäge ab, welchen Wert Du bereit bist, zu investieren. Das ist natürlich sehr unterschiedlich und sollte für beide Seiten angemessen sein. Für einen Kleinauftrag unter 1000 Euro, bei dem der Gewinn doch gering ist, sollte der Wert auch bescheiden sein – also 20 bis 30 Euro. War Dein Auftrag umfangreicher, hinterlassen 50 bis 100 Euro schon kräftig Spuren… Überlege, ob Du mit Bargeld arbeiten möchtest oder eben mit einem Wertgutschein zum Beispiel für das Lokal um die Ecke für ein leckeres Essen oder beim Blumenhändler.
Springen wir also zur Überreichung Deiner Rechnung zurück. Hier kannst Du freundlich erwähnen, dass Du glücklich bist, wenn man Dich direkt weiterempfielt und das Du es für selbstverständlich ansiehst, Dich dann damit zu revangieren. Denn nicht einmal der Tod ist umsonst. Überreiche diesen Gutschein und teile einfach mit, dass Du Dich sehr darüber freuen würdest, wenn aus der Empfehlung des Kunden ein neuer Auftrag entsteht.

Werbung im Umfeld des Kunden

Es hört sich blöd an, ist aber eine effektive Art, sehr schnell und direkt Kontakte zu knüpfen und Folgeaufträge zu ergattern. Ich weiss, dass es nicht jedermanns Sache ist, Menschen “kalt” anzusprechen. Vollblutverkäufer kennen da keine Gnade, weil mehr, als ein “nein” können sie nicht bekommen. Aber im Allgemeinen haben die Meisten doch eine höhere Hemmschwelle und ich vermute, Du gehörst dazu.
Dennoch, wenn Du schon einmal in der Ecke Deines Kunden bist, nimm Dir die Zeit und gehe spazieren. Schau Dich um und entdecke potentielle Projekte. Hast Du in der gleichen Straße oder in der Nähe etwas entdeckt, eröffnen sich für Dich eine Menge Möglichkeiten. Du kannst natürlich, wenn Du den Mut hast, direkt klingeln und darauf hinweisen, dass Du gerade bei Frau Meier einen Auftrag ausführst und ob es nicht interessant wäre, ein Angebot zu erhalten. Du kannst aber auch vorher Deinen Kunden direkt fragen, ob er denn den Nachbarn kennt und wie der so drauf ist. So erfährst Du ziemlich schnell, ob es sich lohnt, Kontakt herzustellen. Mir passiert es oft, dass mein Kunde nicht lange fackelt und sogar direkt mit dem Nachbarn redet und mir der Weg zum neuen Kunden leicht gemacht wird. Die letzte Möglichkeit wäre, dem potentiellen Kunden ein Werbeblatt oder ein Zettel mit Visitenkarte in den Briefkasten zu werfen – besser, an die Haustür zu klemmen, sofern Du Zutritt hast und kein riesiger Hund auf Beute wartet… Die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieser potentielle Kunde bei Dir meldet, ist zwar gering, aber unversucht sollte man nichts lassen. Möglichkeiten voll auszuschöpfen, hat noch keinem geschadet.

Pinnwand- und Scheibenwerbung

Hast Du schon einmal jemanden Spezielles gebraucht? Wo hast Du überall nach ihm gesucht? Hast Du Dich nicht auch schon oft im Nachhinein geärgert, dass Du danach zufällig ganz in der Nähe Werbung von genau dem Gewerk gesehen hast? Also worauf wartest Du? Du hast doch nach Businessplan genau analysiert, wer Deine Zielgruppe ist. Also informiere sie strategisch klug mit wenig Aufwand.
Entwirf ein simples Plakat. Das kann in der Größe A4 sein und mit einem klassischem Programm, wie Word oder OpenOffice ausgeführt werden. Du kannst aber auch, je nach Deinen Möglichkeiten alles etwas anspruchsvoller mit CorelDraw oder einem anderen Zeichenprogramm gestalten. Falls es Dein Budget zulässt – A3 ist besser. Vielleicht kannst Du es selbst entwerfen oder Du fragst jemanden in Deinem Freundeskreis. Hast Du die Vorlage fertig, dann bestellst Du 50 Stück bei Flyeralarm. A4-Plakate kannst Du natürlich selbst ausdrucken.
Fertig? Auf geht’s – der Freitag und Samstag gehören Dir, denn vor dem Preis kommt der Schweiß.
Ausgerüstet mit Plakaten und transparentem Tesa machst Du Dich auf den Weg und wirst Läden, wie Aldi, Lidl, Kaufland, Friseure, Apotheken, Drogerien, Bäcker, Metzger und alles, was greifbar ist, stürmen. Mach es einfach. Geh rein und frage höflich, ob Du nicht für ein paar Tage Dein Plakat an die Eingangstür oder an die Wand im Blickfeld von Kunden anbringen darfst. Es ist doch nur eine Frage – Dir kann ja nix passieren. Wenn ja, dann mach es. Wenn nein, dann eben zum Nächsten. Deine höfliche Art und das Besiegen Deiner Kontaktangst werden entscheiden, wann Du die 50 Plakate angebracht hast. Du bringst nicht ein Plakat mehr nach Hause. Basta. Ich habe es in 5 Stunden geschafft. Also gib Dir Mühe. Übrigens – Plakate an Bäumen ist nicht so toll… Der Rücklauf bei solchen Aktionen, die Du in der Start-Up-Phase aller 2 bis 3 Monate machen solltest, liegt bei 1 bis 3 %. Das ist wenig. Aber bemessen an eingesetzten Kosten wiederrum höchst interessant, da Du bereits mit einem daraus resultierenden Auftrag alle Kosten gedeckt hast.

Zeitungswerbung etwas anders

Wusstest Du, dass ca. 80% der Menschen über 40 Jahre intensiv Lokalblätter und lokale Anzeiger studieren? Willst Du für viel Geld dort Anzeigen schalten? Nein? Ich auch nicht. Es gibt aber einen cleveren Weg, auf Dich aufmerksam zu machen.
Du hast laut Businessplan Deine Zielgruppe und Dein Produkt, Deine Idee oder Deine Leistung analysiert. Was Du jetzt nach Deinen ersten Projekten brauchst, sind ein Handy und etwas Schreibkunst. Mache mit Deinem Handy ein paar gute Bilder in ausreichend guter Auflösung. Das ist wichtig, um vielleicht nur ein Teil des Bildes zu bearbeiten oder es formgerecht zuschneiden zu können. Ich habe meine Kamerea auf 3072 x 2304 Pixel eingestellt. Im Internet verwendet man in der Regel die Größe 1024 x 768 Pixel mit 72 dpi, dann bist Du schon fast auf Bildschirmgröße. Meine Bilder bearbeite ich sehr genau mit Gimp. Das Programm ist unglaublich gut und kostenfrei.
Sind ein bis zwei Bilder fertig, schreibst Du einen Bericht über Dein Projekt. Hebe hervor, was Dich oder Dein neues Start-Up-Produkt so besonders macht. Du schreibst also einen Artikel.
Nun schaust Du im Internet nach lokaler Presse. Da ich ja logischerweise nicht weiss, wo Du wohnst und arbeitest, gehe ich mit einem Beispiel aus meiner Heimat voran.
Erdinger Anzeiger, ED-Live, Wochenblatt. Schaue auf der Internettseite nach, wo Du einen Bericht einsenden kannst. Klappt das nicht – im Impressum hast Du eine Telefonnummer. Ruf an und frage höflich, ob Du einen Bericht/Artikel per E-Mail mit Bild senden darfst. In der Regel sind Redakteure froh, wenn Interessantes und Neues übermittelt wird, um Zeitungen zu füllen. Selten habe ich strikte Ablehnung erhalten. In den meisten Fällen sende ich regelmäßig Artikel und öffne mir oft damit auch Türen, um später, wenn es der Geldbeutel zulässt, gezielte Werbung zu schalten und dafür auch gute Preise auszuhandeln. Man kennt sich ja dann schon. Also – mit etwas Mut und Überzeugungskraft profitieren alle Parteien gewaltig. Das Ergebnis dieser Werbe-Aktion liegt bei ca. 0,2 bis 1% gemessen an der Verteilergröße der Auflage. Wenn also mit einem Bild und einem Artikel bei einer Auflage von 20-tausend 40 bis 200 Anfragen kommen, dann hast Du eine Weile zu tun, um Kunden zu beraten, Angebote zu erstellen und wenigstens 2 bis 3 Aufträge zu generieren.
Interessant ist: Bei einer bezahlten Werbeanzeige sieht das schlechter aus. Der aktive Back-Call bewegt sich hier zwischen 0 und 0,1%, aus meiner Erfahrung.

Marktschreier für Mutige

Es ist nicht ganz ohne und nicht jedermanns Sache, aber eine sehr effektive Möglichkeit, schnell und ohne hohen Kostenaufwand auf sich aufmerksam zu machen. Du entscheidest, ob Du Dich traust. Entscheiden wird das auch die Notwendigkeit für Aufträge in der Start-Up-Phase.
Du brauchst: 1 großes Schild. Lass es ein bemaltes Brett sein oder ein Plakat. Auf alle Fälle etwas, wo Du groß und für Jeden gut lesbar Deine Leistung oder Dein Produkt zeigst. Lass Dir etwas einfallen. Das muß nicht hübsch sein. Nur groß und unmißverständlich. Jetzt brauchst Du noch Visitenkarten oder kleine, in Word ausgedruckte Kontaktzettel mit Firmenbezeichnung, Deinen Namen und Deine Handynummer. Da Du ja Start-Upper bist, wird keiner von Dir erwarten, dass Du mit einem Mega-Van und vergoldeten Vip-Karten aufläufst. Also alles gut.
Schnapp Dir das Zeug und an einem Freitag ab 15.00 Uhr oder Samstag ab 8.00 Uhr stellst Du Dich auf einen Parkplatz sehr nahe am Eingang eines Discounters, Baumarktes oder Einkaufszentrums. Je nachdem, was besser zu Deinem Unternehmen passt. Stell Dein Schild bei Deinem Auto auf, hol Dir einen Kaffee und setzte Deinen “Das Kaninchen sitzt vorm Wolf-Blick” auf. Auch wenn Du Kontaktangst hast und es nicht Dein Stil ist, direkt Leute von der Seite “anzuballern”, fixiere Leute mit Blicken, die in Deiner Nähe vorbeigehen. Suche mit Deinem Lächeln Augenkontakt. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn die Sonne scheint und es doch angenehm warm ist, wirst Du allein durch diesen Blickkontakt an diesem Tag mit einigen Menschen sprechen können.
Etwas erweitert ist die Möglichkeit mit einem kleinen Tisch, wo Du Muster vorbereitet hast, die Du Interessenten zeigen kannst. Achte nur darauf, dass Du Dich nicht zu breit machst und dann vom Personal weggejagt wirst.
Für das Brett oder Plakat ein Beispiel, wenn Du zum Beispiel Abdichtungen machst. “Feuchte Wände? Wir helfen!”
Also kurz, knackig und gut lesbar – das reicht.
Es kann sein, dass Du einige Stunden stehst und keine S… interessiert sich für Dich. Ok, das kommt vor und auch ich habe das durch. Sehen wir das an dieser Stelle sportlich und verbuchen diesen Tag als wichtige Erfahrung. Ich habe es aber auch schon erlebt, dass ich an einem solchen Tag mit 4 Leuten gesprochen habe und allein daraus 2 Aufträge entstanden sind. Das heißt mathematisch: 50% Ausbeute. Dieser Wert ist angesichts des finanziellen Aufwandes unschlagbar und daher auch einen Versuch wert!

Werbung für Forgeschrittene

Mailings

Nun bist Du schon 1 bis 2 Jahre fleissig und hast es geschafft, Dein junges Unternehmen voranzutreiben. Gerade in dieser Phase ist es wichtig, die Augen offen zu halten, nicht dem Alltagsstress zu verfallen und Ausschau zu halten, um Märkte zu erobern und auszubauen.
Klar ist, ohne E-Mail geht heute kaum noch etwas. Angebote, Bilder usw. werden per Mail versendet, Anfragen kommen per Mail. Du hast also von vielen Deiner Bestandskunden einen E-Mailkontakt und diesen auch hoffentlich gespeichert. In einem gut geführten Unternehmen sollten Kundendaten, Angebote und Rechnungen zentral gespeichert und zugriffsbereit sein.
Nun ist es an der Zeit, sich in Erinnerung zu bringen.
Mit einer lieben, freundlichen Mail an Bestandskunden kann man zum Einen nachfragen, ob denn noch alles in Ordung ist, ob es Bedarf an Reparaturen oder Erweiterungen gibt, in naher Zukunft weitere Projekte geplant sind, bei der Deine Unterstützung oder Beratung gebraucht wird oder ob Sie denn schon Deine brandneue Leistung oder Dein neuestes Produkt kennen. Mit einer netten E-Mail machst Du auf Dich aufmerksam und oft genug hat sich bei mir ein Kunde gemeldet, der wieder etwas brauchte.

Bratwurst mit Beratung

Für effektive Werbung musst Du kreativ sein. Werbung für Dich und Dein Unternehmen ist wichtig. Aber unkontrolliert Kohle rauszuschmeissen, dass können wir uns leisten, wenn unser Gehalt 5-stellige Zahlen monatlich hergibt. Bis dahin heisst es, clever agieren und das Budget so einsetzen, dass ein Maximimun erreicht wird. Nehmen wir einmal an, Du wohnst in einer mittelgroßen Stadt. Dort gibt es sicher den einen oder anderen attraktiven Verein. Natürlich ist der erste Gedanke Bandenwerbung, Schilder, Sponsoring usw.. Dagegen spricht eigentlich nichts. Aber der eigentliche Nutzniesser ist nur der Verein. Wenn Du glaubst, dass Du mit einer Bandenwerbung Herrn Meier zu einem Angebot bewegst, ist das schlichtweg Augenwischerei. Natürlich machst Du Dich bekannt und Dein Name leuchtet. Das hilft Dir aber nur, wenn Du überall und oft vertreten bist und Dich der Kunde wegen dieser Werbung wiedererkennt.
Ich denke in eine andere Richtung.
Wenn ein Verein ein Event plant – das kann eine Jubiläumsfeier, ein großes Jugendturnier oder vergleichbar sein, dann geh zum Vorstand und unterbreite ihm das Angebot, dass Du für diesen Tag einen Stand machst. Du sponsorst die Bratwurst, Semmeln, Senf und Ketchup, der komplette Erlös geht in die Vereinskasse und dafür kannst Du Flyer, Visitenkarten verteilen und Beratungen durchführen. Ob das nun Bratwurst oder Bockwurst oder ein Kuchenstand ist…wayne…. Du weisst, wovon ich rede.
Meine Aktion in Zahlen: Ich habe einen Stand gebaut (Tapeziertisch mit einem Gerüstbanner als Tischdecke). Auf dieser Gerüstplane war fett meine Firmenwerbung drauf. Eingekauft habe ich 200 Würste beim Metzger, der gleich noch ein Werbeplakat an der Eingangstür verpasst bekommen hat. 200 Semmeln und auch der Bäcker wurde mit Plakat versorgt. Dazu noch Senf und Ketchup sowie Papteller. Meine Frau hat, glaube ich, 10kg Kartoffelsalat gemacht und den Elektrogrill habe ich vom Verein genutzt. Ehrlicherweise muss ich erwähnen, dass ich für das Grillen und Verteilen einen Angestellten dabei hatte, um auch fleissig Flyer, Visitenkarten verteilen und mit Leuten sprechen zu können.
Das Ergebnis war phänomenal. 10.00 Uhr gings los. 16.00 Uhr waren die Würste weg und ich habe dem Verein das Geld überreicht. Bis dahin habe ich mit ca. 70 Leuten gesprochen, 10 Leute intensiv beraten und dadurch Abend, bei der Party noch einmal 30 Karten verteilt. Aus dieser Aktion sind 20 Angebote und immerhin 12 Aufträge entstanden. Was noch viel wichtiger ist: 7 davon überregional. Fazit: Viel geschwitzt, viel gelacht und Spass gehabt, dem Verein geholfen und ca. 50000 € Umsatz mit meinen Aufträgen. Das kann sich doch sehen lassen, oder?

Hilfst Du mir, dann helfe ich Dir

Eine ganz simple Strategie – ohne Einsatz von Kosten mit unglaublicher Wirkung. Wie oft passiert es, dass Du an Kunden gerätst, die Du nicht bedienen kannst, weil Du diese Leistung oder dieses Produkt gar nicht anbietest. Der einfachste Weg ist, dem Kunden das so mitzuteilen. Damit verlierst Du Kunden und wertvolle Ressourcen auf lange Sicht. Nimm Dich der Sache an, die der Kunde als Problem hat.
Beispiel: Ich biete dem Kunden meine Leistungen als Maler und Trockenbauer zur Sanierung seines Bades an. Bei der Erstbesichtigung stellen wir fest, dass der Installateur bereits den Auftrag hat, sich noch zwischen 2 Fliesenlegern entschieden wird, mein Angebot mit 2 anderen zum Vergleich steht aber ums Verrecken kein Elektriker aufgetrieben werden kann. Nun habe ich 3 Möglichkeiten. Erste: Es kümmert mich nicht und ich schreibe mein Angebot. Zweitens: Ich kontaktiere einen Elektriker, verpflichte ihn als Subunternehmer und verdiene noch schön etwas dazu. Drittens: Ich stelle den Kontakt zu einem Elektriker her, vermittle ihm den Kunden und erwarte von ihm, dass er an mich denkt, wenn er einmal bei einem Kunden steht, der einen Maler braucht.
Ich kann an dieser Stelle das Beispiel abbrechen und Dir einfach sagen, dass diese Art von Werbung unbezahlbar ist und im Laufe der Zeit sehr viele Koopreationspartner entstanden sind, die auch an mich Kunden weitergeben. Besser und effektiver geht es nicht.

Angebote per Zeitungseinlage / Postwurf

Die Möglichkeit, auf Dich, Deine Produkte oder neue Bereiche aufmerksam zu machen, sind bezahlte Flyer als Postwurfsendungen oder Zeitungseinlagen. Was für Lidl, Aldi und Co. gut ist, wird Dir mit Sicherheit ebenfalls den einen oder anderen Kunden einbringen. Die Werbe-Kampagne als Einlage-Werbung ist natürlich keine preiswerte Angelegenheit, da Du Flyer drucken und einen Verteiler suchen sowie bezahlen musst, aber diese Variante ist effektiver als eine herkömmlich bezahlte Anzeige in Zeitungen. Je nachdem, wie interessant und aggresiv Du den Flyer gestaltest und abhängig davon, welchen Verteilerdienst (meistens Lokalanzeiger / Lokalpresse) Du nach Auflagen nutzt, wird auf alle Fälle Dein Bekanntheitsgrad massiv steigen. Die Kosten sind von Bundesland zu Bundesland und nach Auflagehöhe sehr unterschiedlich.